Geschichte

Dort, wo sich heute liebliche Kurparks ausbreiten und ehrwürdige Gebäude erheben, gab es vor mehr als zweihundert Jahren nur Waldwüsten und Sümpfe. Diese unwirtliche Landschaft unterstand damals der Verwaltung des Stifts Tepl, das 1197 vom vermögenden Adligen Hroznata gegründet worden war.

Und gerade die Mönche aus diesem Stift waren es, die in den tiefen Wäldern eine salzige Quelle entdeckten, aus der sie später Salz gewannen. Durch den Verkauf dieses Salzes verbreitete sich rasch die Kunde von der heilsamen Wirkung der Mineralquellen und so suchten hier schon bald die ersten Kranken Genesung. Dies brachte die Chorherren des Klosters auf die Idee, die hiesigen Quellen zu reinigen und sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Aber – die hiesigen Einwohner trauten den Quellen nicht und so verlief der erste Versuch zur Gründung eines Heilbades im Sande.

Erst 1779 verdienten sich zwei Männer um die Gründung des Heilbades – der Klosterarzt Johann Josef Nehr und der Tepler Abt Karl Kaspar Reitenberger, den Nehr vom Heileffekt der Quellen überzeugt hatte. Das mehrmals täglich in kleiner Menge verabreichte Quellwasser verbesserte offensichtlich die Verdauung, regte den Appetit an und half bei Schlaflosigkeit. Bis 1786 gelang es dem Stift jedoch nicht, die notwendigen Bewilligungen zum Bau von Bäderhäusern zu erlangen und so verspätete sich das Vorhaben um ein paar Jahre.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam es durch den Bau von Kurhäusern und Pavillons zu einem weiteren Aufschwung des Bades, und dies wiederum dank K. K. Reitenberger, aber auch des begabten Gartenarchitekten Václav Skalník. Skalník führt tiefgreifende Geländeveränderungen durch und entwarf die Parks, die heute neben den Mineralquellen das charakteristischste Merkmal Marienbades sind.

Seinen Namen bekam Marienbad von der Marienquelle, die ursprünglich ihres beißenden Geruchs wegen treffend ‚Stinker‘ genannt wurde. Ihren heutigen Namen bekam sie erst von einem Marienbild, das ein Soldat aus Dankbarkeit über die Heilung seiner Wunden am Ast eines nahen Baumes angebracht hatte.

Anno 1818 trennte sich das Bad vom Ort Úšovice und erwarb den Status eines Kurorts. Nur 47 Jahre später wurde Marienbad zur Stadt erhoben.

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